Der Erde

Göttliche Erde,
Mutter der seligen Geister
Und der sterblichen Menschen.
Allgeberin, Allernährerin,
Erfüllende, Alles Verderbende,
Wachstumssprossende, waltend der Früchte,
Prangend im Kreise der Zeiten,
Sitz des unvergänglichen Alls.

Farbig schillernde Jungfrau,
Du trägst in kreißenden Wehen
Die vielgestaltige Frucht;
Immerwährende, Heilig-Reine,
Tiefbusige Spenderin des Glücks;
Du erfreust mit duftender Saat.

Blumenprangende Gottheit,
Regenfreudge um die sich rundet
Kunstvoll im Kreise das Sternenall,
Unvergänglicher Art
Und in reißenden Strömen.

Auf denn, selige Göttin!
Mehre die reichen Früchte der Freude
Gütigen Herzens den Hochbeglückten
In der glücklichen Zeiten Kranz!

Quelle: J. O. Plassmann: Orpheus - Altgriechische Mysterien; Diederichs Gelbe Reihe